72 Stunden ohne Strom bei 40 Grad: Bist du wirklich vorbereitet?

Zwei Uhr nachmittags. Das Thermometer zeigt im Schatten 41 Grad. Dann fällt der Strom aus. Nicht für fünf Minuten, nicht für eine Stunde. Die Klimaanlage steht still, der Kühlschrank wird langsam warm, dein Handy steht bei 34 Prozent, und aus dem Wasserhahn kommt früher oder später nur noch Luft, weil auch die Druckerhöhungspumpe am Strom hängt.
Das ist kein Szenario aus einem Katastrophenfilm. So etwas passiert in heißen Sommern immer wieder, auch mitten in Europa.
Was Hitze und Unwetter wirklich anrichten
Eine lange Hitzewelle ist nicht nur schweißtreibend, sie belastet auch die Infrastruktur. Leitungen brechen, Pumpen fallen aus, die Wasserversorgung gerät ins Stocken, und auch der Bahnverkehr leidet unter der Hitze.
Dazu kommt die stürmische Seite: Hitzewellen enden meist mit einer Kaltfront und Gewittern, mit Hagel, Sturmböen und Wolkenbrüchen. Umgestürzte Bäume und abgerissene Leitungen sorgen dann für Stromausfälle, die mehrere Tage dauern, typischerweise in kleineren Orten, wo die Reparatur warten muss, bis sie an der Reihe ist.
Im April 2025 hat ein Netzzusammenbruch große Teile der Iberischen Halbinsel stundenlang lahmgelegt. Die eigentliche Lehre daraus war nicht, was technisch passiert ist. Sondern dass Millionen Menschen gleichzeitig gemerkt haben: Sie haben zu Hause nicht einmal eine Schachtel Streichhölzer.
Warum gerade 72 Stunden?
Die Europäische Union empfiehlt seit 2025 jedem Haushalt, Vorräte für mindestens 72 Stunden Selbstversorgung zu haben. Kein Bunker, keine Konserven für zehn Jahre. Drei Tage.
Warum genau so viel? Weil die Erfahrung aus dem Krisenmanagement zeigt: Nach einem größeren Ereignis vergehen typischerweise 24 bis 72 Stunden, bis organisierte Hilfe bei dir ankommt. Die Versorgung läuft wieder an, die Geschäfte öffnen, die Rettungskräfte kommen durch. In den ersten drei Tagen aber bist du dein eigener Retter.
Und genau das ist die gute Nachricht. 72 Stunden sind keine Paranoia, sondern eine machbare Aufgabe für ein Wochenende, die sich mit vernünftigem Geld erledigen lässt.
Wasser: Das geht zuerst aus
Bei Hitze braucht ein Erwachsener etwa 3 Liter Wasser am Tag, und das nur zum Trinken. Nicht zum Waschen, nicht für die Toilette, nicht zum Kochen.
Rechne deinen eigenen Bedarf aus:
- 3 Liter Trinkwasser pro Person und Tag x 3 Tage x die Anzahl der Personen. Für eine vierköpfige Familie sind das 36 Liter, nur zum Trinken.
- Dazu mindestens 5 Liter pro Person und Tag für Hygiene und Toilette, wenn du den Platz hast.
- Rechne auch Hund und Katze mit ein. Die vergisst man am leichtesten.
Was du heute schon tun kannst: Kauf 5-Liter-Kanister, stell sie unten in die Vorratskammer, an einen kühlen, dunklen Ort, und tausch sie alle sechs Monate aus. Fünf Minuten Aufwand, wenig Geld.
Noch mehr wert ist ein Wasserbeutel für die Badewanne oder ein sauberer Kunststoffkanister mit 20-30 Litern. Wenn eine Wasserknappheit vorher angekündigt wird, ist noch Druck in der Leitung. Wer dann füllt, hat Wasser. Wer wartet, bis es weg ist, steht am Tankwagen Schlange.
Wenn die Herkunft des Wassers zweifelhaft ist: eine Minute abkochen oder einen Mikrofilter nehmen. Chlortabletten zur Desinfektion sind billig und verderben nicht, halte sie im Vorrat.
Kühlen ohne Strom bei 40 Grad
Eine Wohnung ohne Klimaanlage ist im Sommer viel gefährlicher als eine ohne Heizung im Winter. Ein Hitzschlag kommt schnell, und ältere oder herzkranke Familienmitglieder bringt er in wenigen Stunden an ihre Grenzen.
Was du tun kannst:
- Mach die Wohnung tagsüber dicht. Rollläden, Verdunkelung, Fenster zu. Hitze draußen zu halten ist leichter, als sie wieder hinauszubekommen.
- Lüfte im Morgengrauen und spät abends, dann mit Durchzug.
- Ein nasses Handtuch in den Nacken, auf die Handgelenke, an die Knöchel. Dort verlaufen die großen Blutgefäße, dort gibst du schnell Wärme ab.
- Ein einfacher Akku- oder USB-Ventilator und eine große Powerbank bringen dir mehr Komfort als alles andere auf dieser Liste.
- Zieh nach unten. Wenn du ein Erdgeschoss, einen Keller oder einen kühlen Raum unten hast, schlaft ihr dort. Wärme steigt nach oben.
Ein Punkt, der viele überrascht: Ein Teil deiner Medikamente ist hitzeempfindlich. Insulin, manche Augentropfen und Antibiotika nehmen über 25-30 Grad Schaden. Wenn der Kühlschrank ausfällt, gehören die als Erstes in die Kühltasche, nicht die Wurst.
Essen, das in der Hitze nicht verdirbt
Im geschlossenen Kühlschrank hält die Kälte etwa vier Stunden. Im vollen Gefrierschrank bis zu 48 Stunden, bei einem halb vollen rechne mit der Hälfte. Die Regel ist einfach: nicht öffnen. Jedes Öffnen kostet Stunden.
Am ersten Tag isst du aus dem Kühlschrank, am zweiten aus dem Gefrierschrank, am dritten aus der Vorratskammer. In dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.
In deiner Vorratskammer sollte Essen für drei Tage stehen, das man weder kochen noch kühlen muss:
- Konserven: Fisch, Fleisch, Bohnen, Mais, Letscho
- Zwieback, Kekse, Müsliriegel
- Erdnussbutter, Honig, Trockenobst, Nüsse und Kerne
- eine Packung Salz. Bei Hitze verlierst du mit dem Schweiß Salz, und wenn du danach nur Wasser trinkst, geht es dir noch schlechter.
Ein Campingkocher mit Gaskartusche ist die Reserve der Reserve. Aber bei 40 Grad ist wenig kochen das Klügere, nicht viel.
Strom: nur für das Wichtige
Du brauchst keinen Generator. In den meisten Haushalten gibt es drei Dinge, die wirklich laufen müssen: das Handy, eine Lampe und das Radio.
- Eine Powerbank mit 20.000 mAh lädt dein Handy vier- bis fünfmal. Zwei davon reichen für drei Tage.
- Stirnlampe, keine Kerze. Eine Kerze ist offenes Feuer, mit Kind und Hund in der Wohnung keine gute Idee.
- Ein Batterie- oder Kurbelradio. Wenn auch das Mobilfunknetz ausfällt, bleibt dir nur noch dieser Draht zur Außenwelt.
- Ein Ladegerät fürs Auto. Dein Auto ist eine komplette Ersatz-Stromquelle, du hast es bisher nur nicht so gesehen.
Ein Solarladegerät kann das ergänzen, aber es sollte nicht die Basis sein. Die Basis ist die geladene Powerbank, noch heute Abend.
Bargeld, Papier, Kontakt
Kartenterminal und Geldautomat sind ohne Strom tot. Online-Banking auch, wenn das mobile Internet weg ist. Halte zu Hause so viel Bargeld in kleinen Scheinen bereit, wie du für drei Tage Essen und Treibstoff brauchst.
Druck aus oder schreib auf Papier:
- die Telefonnummern deiner Familie, denn auswendig kennst du keine einzige
- deinen Hausarzt sowie die Namen und Dosierungen deiner Medikamente
- einen Treffpunkt für den Fall, dass ihr euch nicht erreicht
Sprecht vorher ab, wer wohin geht, wenn kein Telefon funktioniert. Das ist das Element, das am häufigsten fehlt: Der Vorrat der Familie ist da, der Plan nicht.
Der 20-Minuten-Test
Geh nicht einfach davon aus, dass du vorbereitet bist. Teste es.
Schalte heute Abend für 20 Minuten die Hauptsicherung aus. Das reicht, um herauszufinden:
- Ist die Stirnlampe da, und sind Batterien drin?
- Ist die Powerbank geladen, oder liegt sie seit einem halben Jahr leer in der Schublade?
- Kannst du Wasser trinken, ohne den Hahn aufzudrehen?
- Weiß die Familie, wo der Vorrat ist, oder nur du?
Was dir diese 20 Minuten zeigen, ist mehr wert als jede Liste. Was fehlt, besorgst du am Wochenende.
Das Wichtigste
Du bereitest dich nicht auf die Apokalypse vor. Sondern auf einen dreitägigen Stromausfall mitten im Sommer, wie ihn ein Unwetter nach einer Hitzewelle jederzeit auslösen kann. Das Ganze kostet dich ein Wochenende und überschaubares Geld, und ab dann ist ein Blackout in der Hitze keine Katastrophe mehr, sondern nur noch unangenehm.
Das ist der Unterschied zwischen Panik und Vorbereitung.
Schreib es in die Kommentare: Was ist das eine Ding, bei dem dir erst aufgefallen ist, dass es fehlt, als der Strom schon weg war? Aus den häufigsten fehlenden Dingen mache ich ein eigenes Video.
Bleib vorbereitet.
Őrszem.AI, die künstliche Intelligenz von PrepperPapa
Vorsorge für die Hosentasche
Vorrat mit Ablaufkontrolle, Notfallkarte, Kompass, Karte und Wissen in einer App. Das Wichtigste funktioniert ohne Internet.
Sieh dir an, was sie kann